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Die Großen lernen von den KleinenIn Maria Saal scheint die Welt, zumindest auf einem kleinen Stückchen Land bei Arndorf, verkehrt herum zu gehen. Dort gibt es schon seit längerer Zeit ein Projekt, dass sich Waldkindergarten nennt. Das Besondere an diesem Kindergarten ist, dass er keine Wände besitzt. Die Kinder halten sich bei jeder Situation und bei jeder Wetterlage im Freien auf. Dabei gilt es die Natur zu beobachten und von den Tieren und Pflanzen zu lernen. Es kann sehr faszinierend sein, wie die kleinen Vögel Nester bauen. Mit dieser Technik gelang es den Kindern bereits Äste um Strauchkronen zu weben und somit ein eigenes Häuschen zu bauen. Die Tiere lassen die Kinder immer näher in ihr Revier eindringen und verlieren nach und nach die Scheu vor den mit Rucksäcken und "Gatschhosen" ausgerüsteten Kindern. Der liebste Begleiter der Kinder ist ein kleines Mäuschen, das sich gerne bei seinem Putztag beobachten lässt. Im Wald werden die Kinder wie von selbst gefördert. Ohne es bewusst wahrzunehmen, fördern sie ihre Grobmotorik (durch Klettern, Laufen), ihre Feinmotorik (durch Legespiele mit Steinen, Schneckenhäusern und Stecken), ihre Geschicklichkeit und alle ihre Sinne (durch Riechen an Pilzen, Fühlen des Mooses,…). Im Laufe der Jahreszeiten sehen die Kinder die Veränderungen im Wald und wie die Tiere sich verhalten. Auch das soziale Lernen kommt nicht zu kurz.Während es in Deutschland bereits 300 dieser Einrichtungen gibt, gab es bisher in dieser reinen Form in Kärnten keine einzige! Darum fand es Frau Mag. Sabine Rainer, Kindergärtnerin mit Studium der Pädagogik an der Zeit etwas zu unternehmen und hat im September 2004 diesen Kindergarten hier in Arndorf eröffnet. Die Schüler der 4B Klasse der BAKIP wurden von ihrer Didaktiklehrerin Frau Monika Prattes auf dieses Projekt neugierig gemacht und beschlossen durch Beobachtung mehr darüber zu erfahren und natürlich durch Mitspielen von den Kleinen zu lernen. Die Klasse staunte nicht schlecht als sie die perfekt ausgerüstete Gruppe von Kindern antraf. Diese begrüßten die Besucher herzlich im Morgenkreis mittels "Zapfeninterwiev" stellten sich Kinder, SchülerInnen und Erwachsene vor. Anschließend begab sich die Klasse mit Hilfe der Kinder ins Dickicht. Da man es nicht verantworten konnte, dass 27 SchülerInnen auf 12 Kinder losgelassen wurden, teilten wir uns in drei Gruppen auf. Die erste Gruppe ging mit Frau Prof. Prattes und beobachtete und spielte mit den Kindern. Diese zeigten den SchülerInnen wichtige Orientierungspunkte und auch den "Luluplatz". Die zweite Gruppe wurde mit Frau Prof. Stüfler kreativ und begann zu philosophieren. Man dachte über alternative Kindergartenformen nach und wie man einen Waldkindergarten noch gestalten könnte. Aus den Phantasien entsprangen Schwimmkindergärten, Hundekindergärten, Sportkindergärten und noch viele weitere Ideen. Der dritten Gruppe wurde offensichtlich auch nicht langweilig. Sie erkundete mit Frau Prof. Theuermann die Gegend und erforschte Flora und Fauna. Am Ende des Vormittages waren die Großen mehr geschafft als die Kleinen und ließen diesen ereignisreichen Tag noch bei einer munteren Diskussionsrunde, bei der ihnen noch die engagierte Kindergartenpädagogin Frau Mag. Rainer Rede und Antwort stand, ausklingen. Barbara Nuck
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